Im Juli litt der Goldpreis unter folgenden Belastungsfaktoren: steigenden Zinsen und einer markanten Dollarstärke. Beides gilt in der Theorie der Kapitalmarktlehre als Nachteil für das gelbe Edelmetall. Völlig ignoriert wurde indes der weltweite zu beobachtende Inflationsanstieg.

Wie geht es weiter an der Zins- bzw. Inflationsfront?

Im Monatsverlauf kletterte der Dollarindex, der die US-Währung mit sechs anderen wichtigen Währungen vergleicht, zeitweise auf den höchsten Stand seit über 20 Jahren. Zugleich stürzte der Goldpreis in der zweiten Monatshälfte kurzzeitig unter die Marke von 1.700 Dollar pro Feinunze und damit auf den niedrigsten Wert seit März 2021 ab. Die diesjährige Dollarstärke kam für viele Analysten überraschend, schließlich sprechen die seit Jahrzehnten explodierenden Geldmengen und Schuldenberge weniger für die ungedeckte Fiat-Währung Dollar, sondern eher für Gold. Dessen Menge kann nämlich nur durch den verstärkten Einsatz von Energie, Arbeit und Kapital gewonnen werden.

Markanter Anstieg der Konsumentenpreise

Völlig ausgeblendet wurde im Juli der markante Anstieg der Konsumentenpreise. So wurde mit 9,1 Prozent für die USA der höchste Wert seit über 40 Jahren gemeldet. Dieses vermeintliche Kaufargument wurde jedoch ignoriert, weil die US-Notenbank allein in den ersten sechs Monaten die Leitzinsen mit 225 Basispunkten deutlich stärker als erwartet erhöht hat. Steigende Zinsen verursachen unter Goldbesitzern, bedingt durch den damit verbundenen Zinsverzicht, höhere Opportunitätskosten und mindern dadurch die Attraktivität eines Goldinvestments.

Selbst die Europäische Zentralbank hat am 21. Juli ihre erste Zinserhöhung seit elf Jahren verkündet, die mit 50 Basispunkten sogar stärker als erwartet ausgefallen war. Mittlerweile rechnen aber selbst die Notenbanker der Fed und EZB nicht mit einem baldigen Rückgang der Inflation. Deshalb drohen insbesondere in den USA weitere Zinserhöhungen. Das FedWatch-Tool des Terminbörsenbetreibers CME Group zeigt zum Beispiel mit Blick auf das Jahresende hohe Wahrscheinlichkeiten für weitere signifikante Zinserhöhungen an.

Goldzuflüsse bzw. -abflüsse im ETF-Markt seit Januar 2022

Region Jan.-22 Feb.-22 März-22 Apr.-22 Mai-22 Juni-22 * Jul 22
Nordamerika (Tonnen) 49,0 21,3 100,6 17,5 -34,2 -25,6 -41,8
Europa (Tonnen) 6,9 24,6 83,2 26,0 -17,4 -4,1 -28,6
Asien (Tonnen) -9,9 -7,4 2,6 -1,0 -1,3 1,1 6,7
Rest der Welt (Tonnen) 0,5 0,0 1,4 0,5 -0,4 0,1 -0,7
Insgesamt (Tonnen) 46,5 38,5 187,8 43,0 -53,3 -28,5 -64,4

Quelle: World Gold Council; * Stand: 22.07.2022

Massive Goldverkäufe bei Futures und ETFs nicht überbewerten

Starker Verkaufsdruck war sowohl an den Terminmärkten als auch im Marktsegment globaler Gold-ETFs auszumachen. Letztere mussten in den Monaten Mai bis Juli erhebliche Goldabflüsse verkraften (siehe Tabelle). Da sich deren gehaltene Goldmengen in den ersten vier Monaten allerdings um mehr als 315 Tonnen erhöht haben, sollte man diese zweifellos negative Entwicklung nicht überbewerten. Denn eines darf man dabei auf keinen Fall außer Acht lassen. „Echter Krisenschutz“ macht in erster Linie über den Besitz von Goldbarren oder -münzen Sinn, schließlich sind sowohl Futures & Optionen als auch physisch hinterlegte ETFs auf Gold sind mit einem mehr oder weniger stark ausgeprägten Kontrahentenrisiko verbunden, welches an den Terminmärkten als besonders hoch anzusehen ist, da lediglich ein kleiner Teil der dort gehandelten Kontrakte bei Bedarf auch ausgeliefert werden kann.

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