Gold hat eine beruhigende Wirkung und überzeugt im Vermögensmanagement nicht nur zur Minderung des Gesamtrisiko eines Portfolios.

Goldinvestments machen nicht nur für Anleger Sinn, die einen Zusammenbruch der globalen Finanzsysteme erwarten, sondern eignen sich im Grund genommen für jeden. Weil das gelbe Edelmetall – im Gegensatz zu zahlreichen anderen börsennotierten Wertpapieren – noch nie einen Totalverlust erlitten hat, eignet es sich sowohl als Depotbeimischung aber auch als stabilisierende Ankerwährung innerhalb eines Portfolios. Obwohl in der Vergangenheit diverse Kapitalmarktexperten mit Verweis auf die Volatilität und die anfallenden Opportunitätskosten (Verzicht auf Zinsen bzw. Dividenden) von Gold abgeraten haben, halten diese vermeintlichen Nachteile einer eingehenden Überprüfung nicht stand.

Bei der Risikokennzahl Volatilität, die sich auch als Maß für die Kursschwankungsintensität beschreiben lässt, wies Gold in den vergangenen Jahren phasenweise sogar ein geringeres Risiko aus als diversifizierte Aktienindizes wie die bestens bekannten Leitindizes DAX oder Dow-Jones aus – und das obwohl diese auf 30 unterschiedliche Aktien diversifiziert sind und aufgrund der damit einhergehenden Verteilung des Risikos auf „mehrere Schultern“ eigentlich weniger riskant bzw. schwankungsanfällig sein sollten. Nützliche Informationen, welche Anlageklassen derzeit besonders riskant und welche gegenwärtig mit einem geringeren Risiko verbunden sind, veröffentlicht übrigens die US-Terminbörse Chicago Board Options Exchange (CBOE). Deren täglich berechnete Volatilitätsindizes liefern einen Anhaltspunkt, mit welchem Risiko Investments in diverse Aktienindizes, Rohstoffe bzw. Edelmetalle wie Gold und Silber aktuell einhergehen.

Negative Korrelation macht Gold kaufenswert

Im Vermögensmanagement überzeugt Gold durch zwei besonders wichtige Eigenschaften. Erstens: Wer Gold in Form von Barren oder Münzen besitzt, kann diese gewissermaßen als Versicherung gegen eine Kernschmelze der globalen Finanzsysteme betrachten und hoffen, dass dieser Versicherungsfall dennoch nicht eintritt. In den Monaten nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers (2008/2009) stand die Welt nach Ansicht vieler Kapitalmarktexperten kurz davor. Zweitens: Gold wird sowohl zum Dollar als auch zu den Aktienmärkten eine negative Korrelation nachgesagt. Das heißt: Verliert der Dollar oder Aktien im großen Stil an Wert, flüchten Investoren verstärkt in den „sicheren Hafen Gold“. Durch diese Eigenschaft kann Gold das Gesamtrisiko eines Portfolios vermindern helfen, wobei von professionellen Vermögensberatern häufig zu einer Goldquote zwischen 10 bis 20 Prozent des liquiden Vermögens geraten wird. Was viele Anleger nicht wissen: Physisches Gold kann als Sicherheit für zinsgünstige Edelmetalldarlehen hinterlegt werden, die ähnlich attraktive Konditionen wie Hypothekendarlehen bieten. Fazit: Der komplette Verzicht auf Gold macht eigentlich nur dann Sinn, wenn man darauf vertraut, dass Politiker und Notenbanker in den kommenden Jahren bzw. Jahrzehnten zweifellos vorhandene Risiken wie die explodierenden Geldmengen und Schulden „beherrschen“ werden.